Tonbandservice

Ein Portal für die Reparatur und Wartung von Geräten der Reihe UHER Report 4000 - 4400 

und UHER Report Monitor 4000 - 4400

UHER Report   -   Systematische Fehlersuche   -   Elektronik Teil 1

Fehler:

Kein Ton bei Wiedergabe

Mögliche Ursachen:

Endstufe defekt


bei 4000 L: Federsatz hat keinen Kontakt


Tonkopf defekt (selten!)

Behebung:

Bauteile prüfen, ggf. Platine austauschen


Federsatz justieren


Signal an Tonkopf anlegen, verfolgen. Evtl. Tonkopf tauschen

Fehler:

Kein Ton bei Aufnahme

Mögliche Ursachen:

Bauteile in Verstärkerstufe defekt


Kontaktschieber defekt


Aufnahmeregler in Nullstellung


Bauteile defekt

Behebung:

Bauteile prüfen, ggf. austauschen


Ausbauen und prüfen, ggf. ersetzen


Regler nach rechts drehen 


Elkos prüfen (ESR-Meter), ggf. tauschen, mit Signalverfolger prüfen, bis wohin das Signal hörbar ist

Man glaubt es nicht, aber es kommt immer wieder vor:

Oftmals sind Fehler gar keine Defekte, sondern haben ganz banale Ursachen. Entweder ist der Netzstecker oder das Netzteil nicht eingesteckt oder der Geschwindigkeitsschalter steht auf Null. Dann geht nämlich gar nichts. Daher erst einmal prüfen, ob "Strom" da ist. Wenn der Motor läuft (leises Summen) oder die Instrumente sind beleuchtet, dann scheidet die fehlende Stromzufuhr schon mal aus.

Also erst einmal mit dem vermeintlich Banalen bei der Fehlersuche beginnen!

Bauteile prüfen:

Zur Prüfung von Elkos bietet sich ein ESR-Meter an. Dieses hat den Vorteil, dass die Bauteile nicht ausgelötet werden müssen und direkt in der Schaltung gemessen werden können. Ein Elko hat je nach Kapazität verschieden hohe Widerstandswerte. Er beträgt ab im Höchstfall nur wenige Ohm. Ist kein Widerstand messbar oder ist dieser sehr hoch, dann ist der Elko defekt und muss mit einem Typ gleicher Kapazität und Spannungsfestigkeit ausgetauscht werden. Dies geht in der Regel recht einfach, weil man an alle Bauteile gut hinkommt. Man braucht natürlich einen nicht zu großen Lötkolben und eine Entlötlitze oder Saugpumpe, um das flüssig gewordene Lot zu entfernen. das ist wichtig, damit nicht durch wild umherfließendes Lötzinn Kurzschlüsse auf der Platine entstehen. Diesen Fehler (überbrückte Kontakte) zu finden, ist sehr mühsam. 


Widerstände lassen sich mit einem Ohm-Meter ebenfalls in der Schaltung prüfen, man muss dabei aber aufpassen, dass man die richtigen Anschlüsse erwischt. Fehlmessungen durch Messen am falschen Kontakt sind sehr ärgerlich, weil sie zu falschen Handlungen führen können (z. B. Austausch eines Widerstandes mit falschem Wert).

ESR-Meter

Transistoren und Dioden sollten stets ausgelötet werden, um sie zu prüfen. Da dies verhältnismäßig aufwändig ist, sollte vorher der Fehler eingekreist werden. Erst wenn man sich so gut wie sicher ist, dass der Halbleiter defekt ist, sollte man sich an den Austausch wagen. Ganz wichtig ist die richtige Polung der Anschlüsse. Basis, Kollektor und Emitter müssen unbedingt richtig an die richtigen Stellen, sonst kann der Transistor oder andere Bauteile ziemlich schnell "hopps" gehen. Vor dem Einbau sollte man sich vergewissern, dass der Transistor in Ordnung ist. Hierfür gibt es verschiedene Methoden, oft sind an digitalen Multimetern Messmöglichkeiten vorhanden. Es gibt auch spezielle Messgeräte dafür. Letztlich ist auch ein Oszilloskop dafür geeignet.


Zum Prüfen eines Signalverlaufs gibt es zwei Methoden: Entweder man beginnt am Signaleingang, also der Radio/Phonobuchse und prüft, bis wohin das Signal verfolgbar ist. Oder man geht "von hinten nach vorne", beginnt also an der Endstufe und arbeitet sich vor. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile. Systematisch ist eher die "von vorne nach hinten"-Methode. Hierzu braucht man einen Funktionsgenerator, oder einen Signalinjektor oder einen Signalverfolger. Diese sind im Prinzip sehr ähnlich. es geht darum, dass ein Signal erzeugt wird, z. B. ein Sinussignal von 1000 Hz, und dieses anstelle des Nutzsignals, das vom Eingang oder vom Tonkopf kommt, einzuspeisen.

Funktionsgenerator

Der Schaltplan:

Dies ist eines der wichtigsten Utensilien bei der Fehlersuche und Reparatur. Oft wird er auch als Schaltbild, Schaltskizze oder Stromflussplan bezeichnet. Der versierte (Hobby-)Elektroniker liest diesen Plan wie ein Buch, er versteht die Zusammenhänge und kennt Sinn und Zweck der verbauten Bauteile. Es macht Sinn, ganz genau hinzuschauen, um welche Bauteile es sich handelt. In den Report-Modellen sind Germaniumtransistoren und Siliziumtransistoren nebeneinander verbaut, PNP- und NPN-Typen, die man nicht verwechseln darf. Widerstände gleicher Werte und Belastbarkeit kann man dagegen problemlos ersetzen. Bei Kondensatoren gilt dies mit gewissen Einschränkungen. So sollten nach Möglichkeit dieselben Materialien verwendet werden (Keramik, Folie usw.). Tantalkondensatoren kann man auch mit „gewöhnlichen“ Elkos ersetzen, aber auch hier müssen Kapazität und Spannungsfestigkeit übereinstimmen. 


Wie ist ein Schaltplan aufgebaut?

Bei den UHER-Geräten wird der Plan von links nach rechts gelesen. Links oben befinden sich die Anschlussbuchsen für die Mikrofone und Radio/Phono. Links außen sind die Tonköpfe eingezeichnet. Bei den 4000er-Geräten (Mono) ist im oberen Bereich die Vorverstärkerstufe ersichtlich, ganz rechts oben folgt die NF-Endstufe. Links unten ist der Oszillator für die Vormagnetisierung (BIAS) wiedergegeben, in der Mitte folgt die Motorregelung und rechts unten die Buchse und die Bauteile für die Spannungsversorgung (Netzteil). Die 4200/4400-Modelle sind prinzipiell genauso aufgebaut, allerdings sind die Vorverstärker und die Endstufe wegen des Stereobetriebs doppelt ausgelegt, gesondert für den linken und rechten Kanal. Die Umschalt-Leisten für die Aufnahme/Wiedergabe sind auch komplexer als bei dem Monogerät.

Schaltplan UHER Report 4200/4400 (Auszug)

Platinenansichten:

Ebenso wichtig wie der Schaltplan sind die Ansichten der Platinen, auf denen die Leiterbahnen und die Bauteile eingezeichnet sind. Diese erleichtern das Auffinden von Bauteilen beträchtlich, zumal die Lage und Position Widerstände (R) und Kondensatoren (C) wie auf dem Schaltplan numerisch aufgezeichnet sind. Für die Fehlersuche und Reparatur hat sich bewährt, die Platinenbilder zu fotografieren oder zu scannen und vergrößert auf einem Drucker auszugeben. Dann kann man auf diesen Ausdrucken „malen“ und Anmerkungen anbringen (z. B. gemessene Spannungen), ohne das Original zu beeinträchtigen. Eine sehr häufige Fehlerquelle sind die Elkos C12, C 14, 

C 19, C32 und C 55. Diese kann man auf dem Platinenbild mit einem Rotstift markieren und findet diese dann sehr leicht. Das sieht dann so aus: