Tonbandservice

Ein Portal für die Reparatur und Wartung von Geräten der Reihe UHER Report 4000 - 4400 

und UHER Report Monitor 4000 - 4400

UHER Report

Folgende UHER-Report-Modelle wurden gebaut:

4000 S               Zweispur Mono

4000 L               Zweispur Mono

4200                  Zweispur Stereo

4400                  Vierspur Stereo

4000 IC              Zweispur Mono

4200 IC              Zweispur Stereo

4400 IC              Vierspur Stereo

4000 Monitor      Zweispur Mono

4200 Monitor      Zweispur Stereo

4400 Monitor      Vierspur Stereo

Daneben gab es noch Sondermodelle, wie z. B. das 4000 C und 4000 C/38 (beide Bundeswehr) und die 4002 und 4004 (sehr selten).

Allen gemeinsam waren 4 Geschwindigkeiten (2,4, 4,75, 9,5, 19 cm/sec). Das Sondermodell 4000 C/38 hatte zwei Geschwindigkeiten (19, 38 cm/sec).

Die Monitor-Modelle hatten 3 Tonköpfe, wobei der Aufnahme- und Wiedergabekopf getrennt waren. Diese Geräte spielten in einer eigenen Liga und übertrafen die ohnehin schon glänzenden technischen Werte der Report-Serie nochmals.


Durch das Metallgehäuse und die robuste Ausführung der mechanischen Teile waren die UHER Report für den harten Alltag konzipiert und fanden meistens im Außendienst von Presse, Rundfunk und Fernsehen ihren Einsatz. Sie waren über einen Akku , aber auch mit normalen Monozellen zu betreiben und daher auch in schwierigen Situation immer einsatzbereit, wenn man genügend Batterien dabei hatte.


Bei all diesen Sonnenseiten gab es aber auch Schatten:

Zum einen waren diese Geräte sehr teuer (ein bis zwei Brutto-Monatsgehälter waren keine Seltenheit) und daher für Otto Normalverbraucher kaum erschwinglich. Außerdem waren die mechanischen Bauteile bei aller Robustheit anfällig gegen Sand, Staub und übermäßig harte Stöße. Große Temperaturschwankungen mochten die Reports nicht, wasserdicht waren sie auch nicht, aber ein paar Spritzer im Regen waren kein Problem. Sieht man aber von den Extrembedingungen einmal ab, waren es zuverlässige Begleiter im harten Reporteralltag.

Technische Daten des UHER Report 4000:


Spurlage: Internationale Zweispur


Bandgeschwindigkeiten: 2.4 cm/s, 4,75 cm/s, 9.5 cm/s, 19 cm/s


Frequenzumfang:

40 – 4 500 Hz  ( 2,4 cm/s)

40 – 8 000 Hz  ( 4,75 cm/s)

40 – 16 000 Hz  ( 9,5 cm/s)

40 – 20 000 Hz  (19 cm/s)


Dynamik: 57 dB 


Gleichlauf (max.): ± 0,15% (19 cm/s)


Eingänge:

Mikrofon: 0,1 mV bis 20 mV/ca. 2 kΩ

Radio: 1 mV bis 100 mV/47 kΩ

Phono: 40 mV bis 4 V/2 MΩ


Ausgänge: 2 V/4 Ω


Stromaufnahme: max. 380 mA (in Stellung „Start“ bei 19 cm/s, Band eingelegt, Lautstärkeregler zu).


Stromversorgung:

5 Monozeilen 1,5 V oder 

Dryfit Akkumulator Z212 oder 

Netzgerät Z 124 oder 

Autoanschlusskabel Typ K716 fr 6V,Typ K717 für 12V bzw. Typ K712 fr 24V

Technische Daten der UHER Report 4200/4400:


Spurlage: 

UHER 4200 Report Stereo - Internationale Zweispur

UHER 4400 Report Stereo - Internationale Vierspur


Bandgeschwindigkeiten: 2.4 cm/s, 4,75 cm/s, 9.5 cm/s, 19 cm/s


Frequenzumfang:

40 – 4 500 Hz  ( 2,4 cm/s)

40 – 8 000 Hz  ( 4,75 cm/s)

40 – 16 000 Hz  ( 9,5 cm/s)

40 – 20 000 Hz  (19 cm/s)


Dynamik:

> 57 dB (4200)

> 55 dB (4400)


Gleichlauf (max.): ± 0,2% (19 cm/s)


Eingänge:

Mikrofon: 0,1 mV bis 25 mV/ca. 2 kΩ

Radio: 2 mV bis 500 mV/47 kΩ

Phono: 80 mV bis 7.5 V/2 MΩ


Ausgänge:

2 x 2 V/4 Ω

2 x1 V/15kΩ


Stromaufnahme:

max. 410 mA (in Stellung „Start“ bei 19 cm/s, Band eingelegt, Lautstärkeregler zu).


Stromversorgung:

5 Monozeilen 1,5 V oder 

Dryfit Akkumulator Z212 oder 

Netzgerät Z 124 oder 

Autoanschlusskabel Typ K711 fr 6V/12V bzw. Typ K 712 fr 24 V

Mythen:

Immer wieder hört man von defekten Tantal-Kondensatoren, kratzenden Potis und kaputten Transistoren. Natürlich können diese Bauteile einmal ihr Leben aushauchen, aber ich kann nach ca. 20 aufgeschraubten Geräten sagen, dass in keinem Fall ein Tantal-Elko defekt war. Dies sind hochwertige Bauelemente, die heute noch in der Weltraumtechnik Anwendung finden. Bei meinen Geräten waren mehrere "normale" Elkos eingetrocknet und hatten ihre Funktion verloren. An Transistoren war nur ein einziger defekt (AC187K) und kratzenden Potis kann man mit dem viel gescholtenen Kontaktspray zu Leibe rücken. Kritiker behaupten, dass das Kontaktspray zuviel Chemie enthalte, was zur Zerstörung des Bauteils führt. Ich vertraue hier lieber auf eigene Erfahrungen. Ich verwende auch Kontaktspray bei den Schiebekontakten, diese baue ich allerdings aus und trockne die Kupferkontakte nach dem Sprühen vorsichtig(!!) ab.


Leider kein Mythos, sondern bittere Wirklichkeit sind die gerissenen linken Bandteller der IC-Serie. Dort waren Metallringe verbaut, die sich unterschiedlich ausdehnten und dadurch den Plastikteller zum Bersten brachten. Dies bewirkte unangenehme Gleichlaufschwankungen, zumal der in den IC-Geräten eingesetzte Bandzugkomparator dem Vernehmen nach nie wirklich richtig funktionierte. Es gibt Nachbauten dieser Bandteller, die sich relativ einfach anstelle der gerissenen Kandidaten einsetzen lassen. Ganz geschickte Bastler können die kaputten Teile auch selbst wieder instandsetzen.

Die leidige Geschichte mit den Federsätzen

Die UHER-Ingenieure und Entwickler haben eine grandiose Arbeit geleistet. Ihnen ist es gelungen, ein Aufnahme- und Wiedergabegerät zu konstruieren, das auf kleinstem Raum eine epochale mechanische und elektronische Präzision in sich birgt und dabei noch äußerst robust ist. Dennoch gibt es eine markante Schwachstelle, quasi der Wermutstropfen im UHER-Wunderland: die leidigen Federkontakte. Wer schon einmal erlebt hat, wenn diese Bauteile auseinander bröseln, dem kommt das kalte Grausen. Schuld daran sind die Nieten, mit denen die Federsätze auf der Unterlage festgemacht sind. Zunächst war das ja ganz in Ordnung; die Messingnieten machten den Eindruck, als würden sie ewig halten und keinerlei Probleme verursachen, saßen sie doch stramm und fest. Leider blieb das über all die Jahre nicht so. Die Nieten brachen aus, die Verbindung von Messing mit dünnem Weißblech hielt nun mal nicht auf die Dauer und schon hingen die Federsätze im wahrsten Sinne des Wortes „in der Luft“. Die Auswirkungen sind verheerend: Einmal fällt der ganze Ton aus (4000L), die Motorregelung versagt (4200/4400 IC) oder die Umschaltung der Stromzufuhr von Akkubetrieb auf das Netzteil funktioniert nicht. All dies führte dazu, dass ganze Heerscharen von Hobby-Bastlern stunden- und tagelang alle möglichen Fehlerquellen untersuchten, Dutzende von Elkos, Transistoren und sonstige Bauteile ersetzten, alles ohne Erfolg. Und das nur, weil der Fehler meistens gar nicht zu erkennen war, nämlich gesprengte, gelockerte oder verbogene Federsätze.

Also der ganz wichtige Tipp, vielleicht der wichtigste auf all diesen Seiten: Schaut euch vor einer Reparatur die Federsätze an! Diese werden mechanisch bewegt, wenn der schnelle Vor- bzw. Rücklauf oder die  Start-Taste betätigt werden. Und das viele tausend Mal im Laufe des  Tonbandlebens. Irgendwann lockert sich mal der Federsatz oder die Nieten brechen aus. 


Die Abhilfe ist jedoch nicht schwierig. Die Nieten werden durch kleine Schrauben 1.4mm mit dazu gehörenden Muttern ersetzt und das Justieren (Nachbiegen) erfolgt laut Serviceanleitung. Zu guter Letzt sollten die Federkontakte (kleine Halb-Kügelchen, die aneinandergepresst werden) sorgfältig mit Spiritus gereinigt und getrocknet werden. Ob der Kontakt in Ordnung ist, lässt sich mit einem Ohm-Meter problemlos prüfen.


Noch eine Sache, die großen Ärger machen kann. Wenn nämlich beim 4000L kein Ton zu hören ist, der Austausch der Verstärkerstufen und der Endstufe erfolglos blieben und man kurz vor ist, das Gerät auf den Schrotthaufen zu werfen: Ganz cool bleiben, erst mal KEINE BAUTEILE AUSTAUSCHEN!! sondern schauen, ob der Lautstärkeknopf (das ist der Knopf ganz links) vielleicht herausgezogen ist. Damit ist nämlich der Ton abgeschaltet. Eine ganz fiese Sache! Ich weiß nicht, wieviele total gesunde 4000L deshalb bereits auf den Müll geworfen wurden. Dabei ist es nur ein winziger Knopfdruck, und das Teil spielt.


Herrschaftszeiten!!!

UHER Report 4000 L:

Hier ist die ausgebrochene Niete gut zu erkennen (Pfeil).

Der Federsatz hat keinen Halt und keine Funktion mehr. Effekt: Kein Ton.

UHER Report 4000 L:

Nach der Reparatur mit Schraube 1.4 und Mutter. Unterlagscheibe nicht vergessen! Die Justierung erfolgt durch Verbiegen des Blechs oberhalb der Mutter.

Hinweis zu den Fotos: 

Der Riemen zum Antrieb des Zählwerks, der quer über den Federsatz verläuft, wurde der besseren Übersichtlichkeit wegen abgenommen.

Ursache mancher grauer Haare: 

Der herausgezogene Lautstärkeregler des 4000 L

Die Schrauben 1.4mm mit den dazu gehörigen Muttern

Rot umrandet: die ausgebrochenen Nietenteile